Ehrlich bis ins letzte Korn – Vom Besuch in der Bäckerei Hager

Ehrlich bis ins letzte Korn – Vom Besuch in der Bäckerei Hager

Bereits vor 10.000 Jahren wurde in unseren Breitengraden Brot gebacken. Aber erst die Erfindung des Backofens und die Entdeckung der Hefebakterien machte aus den zu Beginn eher fladenartigen Broten das Brot, wie wir es heute kennen.
Doch Brot ist auch heute nicht gleich Brot. Je nach Rohstoffen, Zutaten und Produktionsweise gibt es erhebliche Unterschiede, die sich im Geschmack und in der Haltbarkeit zeigen.

Vom Besuch vor Ort

Ein persönlicher Besuch in der Bäckerei Hager zeigte mir, wieviel Zeit und Arbeit hinter einem Laib Brot steckt und ich durfte wieder einmal erfahren, wieviel Genuss einfaches frisches Brot bereiten kann.
Bei Hager wird bereits in der 4. Generation Brot gebacken und hier steht das Wissen um das historische Bäckerhandwerk an erster Stelle. Diese Erfahrung fließt täglich neu in Produktentwicklung und -verbesserung mit ein. Die Kombination des alten Know-hows mit modernsten Methoden in der Qualitätssicherung, in der Rezepturoptimierung oder in der Backtechnik machen aus Hagerbrot ein ehrliches, geschmacklich herausragendes Produkt.

Ehrlich bei den Rohstoffen

95% der Rohstoffe, die täglich bei Hager verarbeitet werden, stammen aus Österreich. Mehr als die Hälfte der Ausgangsprodukte stammen sogar aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Die übrigen 5% sind in erster Linie Produkte, die nicht aus Österreich kommen können, da sie hier nicht heimisch sind, wie beispielsweise Kakao. Auch Regionalität ist bei Hager großgeschrieben. Wird ein regionaler Lieferant gefunden, der die entsprechende Qualität liefern kann, wird dieser bevorzugt genommen. So stammt der Großteil des Mehls aus einer Mühle aus Obergrafendorf – nur knappe 10 km entfernt von der Produktionsstätte der Bäckerei.

Keine künstlichen Zusatzstoffe im Brot und Gebäck 

Bei Hager werden absolut keine Vormischungen verwendet. Jedes Brot und jedes Gebäckstück hat eine eigene Rezeptur, die tagtäglich neu gemischt wird. So weiß man jederzeit was wirklich im Produkt enthalten ist und woher diese Produkte kommen. 

Zusätzlich verzichtet man bei Hager auf künstliche Enzyme oder synthetisches Vitamin C. Letzteres stammt ganz natürlich aus der Acerolakirsche, einer Frucht, die unschlagbar im Vitamin C-Gehalt ist und die auch für Bio-Lebensmittel bevorzugt eingesetzt wird.

Ehrlich in der Produktion

Wer bei der Bäckerei Hager das Bäckerhandwerk lernt, lernt das Handwerk von Grund auf, denn hier wird noch handwerklich produziert. Seit 1907 werden keine Maschinen in jenen Bereichen der Produktion eingesetzt, in denen es technologisch keinen Unterschied im Endprodukt gibt. Maschinelle Unterstützung gibt es dort, wo es für die Menschen in der Backstube einfacher wird. So werden die riesigen Teigmengen automatisch geknetet und zusätzlich werden Förderbänder oder Hebevorrichtungen verwendet, um die Arbeit zu erleichtern. Wenn es aber um das Formen der Brote geht oder um das Flechten des Striezels, dann kommt keine Maschine an Menschenhand heran. Hier geht es um handwerkliches Können der Bäcker. Außerdem wird dem Teig bei Hager die Zeit gegeben, die er wirklich braucht. Diese langen Reifezeiten sorgen für lange Haltbarkeit und eine einzigartige Krumenstruktur.

Am Nachmittag ist die Backstube leer und ich erhasche einen Blick in den Raum, in dem der Natursauerteig gelagert wird. Er wartet darauf, am nächsten Tag wieder verwendet zu werden. Die Teiglinge, die noch Zeit brauchen, warten im Ruheraum auf ihre finale Zubereitung. In der Zwischenzeit dürfen sie noch rasten und ihren Geschmack und ihre Struktur ausprägen.

Voller Eindrücke mache ich mich auf den Heimweg mit der Erfahrung, dass ein wirklich gutes Brot ein Fest für alle Sinne und einen extra Umweg wert ist!

Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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