Das beste Korn. Heimische Getreidearten aus ernährungs-wissenschaftlicher Sicht

Das beste Korn. Heimische Getreidearten aus ernährungs-wissenschaftlicher Sicht

Die einen schwören auf Dinkel, die anderen auf Roggen und wieder andere lieben Weizen. Getreidesorten gibt es in Österreich viele, aber sie unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Wir verraten Ihnen heute hier, ob es das EINE beste Getreide gibt und geben einen kurzen Überblick, was Ihr Lieblingsgetreide kann.

Getreide – die Basis unseres Speiseplans

Nach wie vor gilt – Kohlenhydrate sollten die Hälfte unserer täglichen Ernährung ausmachen. Und dazu zählen nun mal in erster Linie Getreideprodukte in Form von Brot und Gebäck, Nudeln, Reis, Couscous, Hirse, Polenta, Müsli und vieles mehr. Sie sorgen dafür, dass wir lange satt sind, liefern einen großen Anteil an Ballaststoffen, die für die Verdauung besonders wichtig sind und zahlreiche Mineralstoffe und Vitamine wie B-Vitamine, Kalium, Magnesium aber auch Eisen.

Essen Sie am besten zu jeder Mahlzeit ein Getreideprodukt und Sie sind optimal mit verschiedenen Nährstoffen versorgt.

Das können die Getreidesorten

  • Weizen ist nach wie vor das beliebteste Getreide in Österreich. Kein Wunder, gelingen Brot, Gebäck, Mehlspeisen, Kuchen und Torten damit doch besonders einfach. Grund dafür ist die spezielle Eiweißstruktur des Weizens, die ihn so besonders backfähig macht. Vergessen Sie Meinungen wie „Weizen macht dick“ oder „Weizen macht dumm“. Besonders in der Vollkornvariante ist Weizen eine Getreidesorte mit vielen wertvollen Nährstoffen für Ihre Gesundheit. Tipp: Kaufen Sie öfter mal ein Vollkornweizenbrot oder mischen Sie beim Kuchenbacken Vollkornweizenmehl mit hellem Mehl. Das bringt ordentlich Zusatzpunkte auf Ihrem Ballaststoffkonto.
  • Dinkel wird hierzulande immer beliebter. Er ist eine Urform des Weizens. Trotz dieser Verwandtschaft wird er von ganz empfindlichen Menschen oftmals besser vertragen. Das mag daran liegen, dass Dinkel grundsätzlich ein sehr robustes Getreide ist, das ohne viel Pestizide auskommt. Dinkel versorgt den Körper mit hochwertigem Eiweiß. Besonders Sportler schwören daher auf Dinkel. Außerdem hat er mehr Eisen und Magnesium als Weizen. Geschmacklich punktet er mit einer nussigen und würzigen Note. Tipp: Auch Dinkelreis ist eine super Alternative zu Reis oder Nudeln. Sie finden ihn in jedem Supermarktregal!
  • Neben dem Dinkel als „alte“ Weizensorte gibt es auch immer häufiger Brot- und Backwaren mit Emmer und Einkorn. Auch das sind Urgetreidesorten, die mit dem Weizen verwandt sind. Sie schmecken besonders lecker als Beilage!
  • Ein kräftig dunkles saftiges Roggenbrot – herrlich! Roggen ist aus keiner Bäckerei wegzudenken. Er macht das Brotkörbchen abwechslungsreich. Roggenbrote sind immer auch Sauerteigbrote. Und Sauerteigbrote sind oft bekömmlicher als reine Hefebrote. Denn durch die langen Wartezeiten, die ein Sauerteigbrot benötigt, werden zahlreiche unverträgliche Stoffe wie die Phytinsäure bereits während des Gehprozesses abgebaut. Das tut der Verdauung gut. Tipp: Roggenbrote bleiben auch länger frisch – wenn Sie also auch noch am Montag gutes Brot haben möchten, lohnt es sich, vor dem Wochenende auch ein Roggenbrot miteinzupacken.
  • Unbedingt zu erwähnen ist beim Roggen auch der Waldstaudenroggen. Dieser ist eine Urform des Roggens, der beinahe ausschließlich in Niederösterreich angebaut wird. Bekannt ist er auch unter dem Namen Johannisroggen. Er versorgt Ihren Körper mit noch mehr Ballaststoffen als herkömmlicher Roggen und schmeckt kräftig aromatisch. Tipp: Ein unschlagbar tolles Waldstaudenroggenbrot gibt’s übrigens auch bei Hager. Das muss unbedingt das nächste Mal in Ihre Einkaufstasche!
  • Hafer hat für Brot und Gebäck zwar eine nur untergeordnete Rolle. Als Getreidesorte soll er auf Ihrem Speiseplan in Form von Porridges oder Müsli keinesfalls fehlen. Kein anderes Getreide liefert derartig viel B-Vitamine, aber auch Zink, Eisen und Magnesium. Nicht umsonst wird Hafer mit Nerven- und Gedächtnisstärke in Verbindung gebracht. Tipp: Probieren Sie doch öfter in der Früh Overnight-Oats. Dafür einfach am Vortag Haferflocken mit Milch oder Joghurt vermischen und in den Kühlschrank damit. In der Früh fügen Sie nur mehr frische Früchte dazu und fertig ist Ihr konzentrationsförderndes Frühstück. Overnight Oats eignen sich übrigens auch super zum Mitnehmen, wenn es einmal ganz schnell gehen muss und keine Zeit bleibt für ein Frühstück zu Hause.
  • Mais ist nach Weizen die am häufigsten angebaute Getreidesorte. Der Großteil davon wird zwar als Futtergetreide oder Treibstoff verwendet. In Form von Maiskolben aber auch als Maismehl und Polenta erfreut er sich in unseren Küchen steigender Beliebtheit. Auch alle, die kein Gluten vertragen, dürfen sich freuen. Mais ist glutenfrei und somit eine tolle, glutenfreie Getreidealternative.
  • Nicht unerwähnt bleiben soll die Hirse, die auch in Österreich vermehrt auf den Feldern zu finden ist. Hirse ist wie Mais glutenfrei, enthält aber besonders viel Eisen. Besonders für Vegetarier daher ein absolutes Muss.
  • Neben diesen „richtigen“ Getreidesorten finden Sie in Supermarktregalen oder auch Broten beigemischt immer häufiger Buchweizen, Amaranth oder Quinoa. Sie zählen zu den Pseudogetreiden, sind botanisch betrachtet zwar kein Getreide, werden aber so zubereitet und bereichern die Getreideküche. Auch sie enthalten kein Gluten, dafür aber große Mengen an Eiweiß, Eisen, Magnesium, Zink oder Folsäure.

Fazit: Jedes Getreide hat seine Vorzüge. Probieren Sie sich durch die reichhaltige Getreideauswahl! Eine gute Mischung ist, wie bei so vielem, die beste Wahl!

Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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