Die beliebtesten Brote der WM-Teilnehmerländer

Die beliebtesten Brote der WM-Teilnehmerländer

Die Fußball-Weltmeisterschaft ist voll im Gang und zieht selbst Personen, die sich normalerweise nicht so für Fußball begeistern, in ihren Bann. Grund genug, sich mit den Brotvorlieben der verschiedenen Nationen zu beschäftigen.

Brot – seit jeher weltweites Grundnahrungsmittel 

In Österreich werden pro Kopf und Jahr über 70 kg Brot gegessen. Damit liegen wir aber weltweit gesehen eher weiter hinten. Die arabischen Länder verzehren zwischen 150 und 180 kg Brot jährlich. In Russland, als Austragungsort der Weltmeisterschaft, und auch in Polen liegt der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch circa bei 100 kg und in Frankreich oder Italien sind es etwa 60 kg pro Person pro Jahr.

Je nach Geographie und Geschichte entwickelten sich unterschiedliche Brotsorten. Roggenbrot beispielsweise, wie es wir und unsere deutschen Nachbarn lieben, konnte sich unter anderem aufgrund der klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa sehr gut entwickeln. Roggen ist widerstandsfähiger und stellt wenig Ansprüche an Boden und Klima. Menschen anderer Länder finden den leicht säuerlichen Geschmack gewöhnungsbedürftig.

Andere Länder, andere Brote

Die allerersten Brote wurden bereits vor über 6.000 Jahren in Ägypten gebacken. Wie aus den Hieroglyphen abzulesen ist, wollten auch die Pharaone nicht täglich das gleiche Brot essen und kannten bereits zahlreiche verschiedene Rezepturen. Heute ist in Nordafrika in erster Linie das Fladenbrot bekannt, das aus Weizenmehl, etwas Hefe und Wasser besteht. In der Türkei ist es als Pide bekannt, ein Hefeteigbrot, das man auch mit Käse oder anderen Zutaten überbacken bekommt.

In Frankreich, dem Heimatland von Paul Pogba, Antoine Griezmann & Co steht naturgemäß das Baguette in all seinen Varianten an erster Stelle. Wie lange und wie dick das Stangenweißbrot, das ausschließlich aus Weizenmehl, Hefe, Salz und Wasser besteht, sein muss bzw. darf, ist übrigens strikt festgelegt. So muss es zwischen 50 und 100 cm lang sein und eine Dicke von 6-8 cm aufweisen. Aber ganz spannend ist die Tatsache, dass das Baguette ursprünglich aus Österreich kommt! Im Jahr 1815 während des Wiener Kongresses wurde es in der Hofbäckerei entdeckt und die Idee nach Frankreich mitgenommen.

In Frankreich selber wird lieber ein „Baguette de Tradition“ gekauft. Dieses enthält keinerlei künstliche Zusatzstoffe, wird vor Ort gebacken, öfter durchgeknetet und darf auch länger ziehen. Weitere Varianten des langen Brotes sind die „Flute“ oder die „Ficelle“. Neben dem Baguette spielen besonders Brioche und Croissants für das französische Frühstück eine bedeutende Rolle.

In Russland, dem WM-Gastgeber, gehört neben Roggenbrot ein süßliches Brot namens Borodinski zu den bekanntesten Broten. Neben Mehl und Hefe kommen hier Roggenmalz, Melasse und Koriander dazu, die dem Brot einen süßlichen Geschmack verleihen.

Für die Spanier, die als Erfinder des „Tiki-Taka“-Fußballs gelten, steht das „Pan“ in verschiedenen Varianten bei jeder Mahlzeit am Tisch. Ein etwas kräftigeres Weißbrot ist das Pan Rustico, daneben gibt es auch Spezialitäten mit Olivenöl und Rosmarin oder sogar das Pan Integral – eine leichte Vollkornstange.

In Mexiko sind Tortillas die Brotsorte Nummer 1 – ein Fladenbrot, das ursprünglich aus Maismehl gebacken wurde, mittlerweile aber in erster Linie aus Weizen hergestellt wird.

Und was bietet der Norden? Die Schweden lieben ihr Knäckebrot, die Norweger das Flatbrød (norwegisches Knäckebrot) oder die Engländer ihren Toast.

Die Italiener haben leider die Qualifikation für die Weltmeisterschaft nicht geschafft und müssen zusehen. Die Vielfalt an hellen Brotsorten aus unserem Lieblingsurlaubsland bereichert aber auch unsere heimischen Brotkörbe. Da gibt es zuerst die Foccacia – ein Fladenbrot aus Ligurien, das als Vorgänger der Pizza gilt. Bereits zur Zeit der Etrusker soll dieses gebacken worden sein. Sehr bekannt ist auch das Ciabatta, ein Brot aus Weizenmehl, Hefe, Salz, Wasser und Olivenöl, das erst in den 1980-er Jahren von einem Bäcker in Venetien erfunden wurde. Daneben zählen Grissini aus dem Piemont (knusprige Brotstangen aus Weizenmehl) oder Schüttelbrot (eine Art Knäckebrot aus Südtirol) zu weiteren beliebten Brotsorten unserer südlichen Nachbarn.

Bei so viel Brotauswahl bekommt man ja richtig Lust aufs Durchprobieren!

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Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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