Rund, flaumig, süß – was es mit dem Faschingskrapfen auf sich hat

Rund, flaumig, süß – was es mit dem Faschingskrapfen auf sich hat

Da liegen sie in Reih und Glied, schön rund und weiß angezuckert und lassen einem das Wasser im Mund so richtig zusammenlaufen. Jetzt im Fasching haben sie wieder Hochsaison – die Faschingskrapfen. Sie gehören zum Fasching wie die Kekse zur Weihnachtszeit oder der Osterstriezel zu Ostern. Lesen Sie hier Geschichten rund um den Krapfen und erfahren Sie, woran Sie einen frischen Krapfen erkennen.

Die Cilly war’s

Laut einer Legende war der Krapfen ein purer Zufall: Cäcilie (Cilly) Krapf war Zuckerbäckerin im 17. Jahrhundert. Weil sie sich über ihren Lehrbuben dermaßen ärgerte, warf sie ein Stück Germteig, das sie gerade zur Hand hatte, nach ihm. Dieses traf aber nicht den Burschen, sondern fiel in einen Topf heißes Fett, der zufällig am Herd stand. Cilly war schnell zur Stelle, fischte das kleine runde Ding wieder aus dem Topf und ließ es auskühlen. Nun probierte sie das Gebäckstück und war vom Geschmack begeistert. So entstanden die Cillykugeln, die mit eingelegten Früchten zur damaligen Zeit ein Renner waren.

Wahr ist – Krapfen gab’s schon in der Römerzeit

Die alten Römer kannten bereits Fettgebäck, das sie damals „globuli“ nannten. Durch die riesige Ausdehnung des römischen Reiches kam das Gebäck auch in die römische Siedlung „Vindobona“, dem heutigen Wien, und wurde so bei uns heimisch. Besonders zu hohen Festtagen wurde es unter dem Namen „Craphe“ serviert.

Im 9. Jahrhundert tauchen sie in Wien als Krapho auf. Waren Krapfen zu Beginn in der Form nicht immer einheitlich, wurde das mit der Köcheordnung 1486 vorbei. Hier wurde den Krapffenpacherinnen genau vorgeschrieben, wie sie ihre Krapffen zu backen hatten.

Erst in der Barockzeit kam dann die Marmelade dazu und im 18. und 19. Jahrhundert erlebte der Krapfen in Wien eine regelrechte Hochblüte. So sollen während dem Wiener Kongress 10 Millionen Stück des runden Gebäcks auf Bällen und Empfängen verzehrt worden sein.

Krapfen statt Brot

Heute gibt’s Krapfen das ganze Jahr über zu kaufen. Hochsaison haben sie aber immer noch im Fasching. Und auch das hat seinen Grund. Die Fastenzeit war früher ziemlich streng und so empfahlen die Mönche gerne, vor Beginn der Fastenzeit anstatt Brot lieber Krapfen zu essen, die doch einiges mehr an Kilokalorien lieferten. So wollte man vermeiden, dass insbesondere die Schwächeren wie Kinder oder ältere Menschen völlig entkräftet wurden.

Das Geheimis des hellen Randes

Das Besondere des Faschingskrapfens ist wohl der helle Rand, der jeden richtigen Krapfen ziert und der ein Qualitätsmerkmal darstellt. Hat sich jemand schon mal zuhause die Mühe gemacht, Faschingskrapfen selber zu backen, weiß er vielleicht um das Geheimnis des „Ranftl“, wie sich dieser helle Rand nennt. Damit dieser auch so wird, wie er sein soll, muss der Krapfen auf der ersten Seite mit geschlossenem Deckel gebacken werden, für die zweite Seite gehört der Deckel dann herunter.

3 Punkte, woran Sie einen richtig guten Krapfen erkennen

  • Wollen Sie testen, ob Ihr Krapfen auch richtig frisch ist, machen Sie den Drücktest. Drücken Sie leicht auf Ihren Faschingskrapfen. Geht der Teig wieder in seine ursprüngliche Form zurück, haben Sie einen frischen Krapfen vor sich.
  • Machen Sie dann den ersten Bissen, soll der Teig zwar luftig sein, aber trotzdem bissfest.
  • Und die Marmelade? Die ist im besten Fall fruchtig und leicht säuerlich, auf keinen Fall aber zu süß.

Wie kommt die Marmelade in den Krapfen?

Der klassische Wiener Faschingskrapfen ist und bleibt der mit Marillenmarmelade gefüllt. Wieviel Marmelade im Krapfen enthalten sein muss, ist übrigens festgelegt. Mindestens 15% des Krapfengesamtgewichts muss Marmelade sein!

Um die Marmelade in den Krapfen zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten.

  1. Vor dem Frittieren: Da wird der Teig etwas ausgerollt, ausgestochen, dann die Marmelade drauf, mit einem zweiten Teigling belegt und nun ab ins Fett.
  2. Noch einfacher ist es nach dem Frittieren: Einfach mit einer Spritztülle die Marmelade in den fertigen Krapfen spritzen!

Ein Krapfen in der Faschingszeit muss einfach sein, ganz egal ob mit Marillenmarmelade, Vanille- oder Nougatcreme gefüllt. Auch bei Hager gibt es die leckeren frischen Faschingskrapfen. Einfach reinbeißen und genießen!

Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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