Warum das Baguette eigentlich von einem Wiener erfunden wurde

Warum das Baguette eigentlich von einem Wiener erfunden wurde

Hören wir Baguette, hören wir gleichzeitig Eiffelturm und Baskenmütze, Camembert und Rotwein. Das Stangenweißbrot ist untrennbar mit Frankreich verbunden. Doch liegen die Ursprünge des Klassikers nicht direkt im Land der Tricolore, sondern direkt vor unserer Haustüre.

Überlieferungen zufolge kam der Wiener Bäcker August Zang nach dem Wiener Kongress in den 1830er Jahren nach Paris. Dort gründete er die „Boulangerie viennoise“ (Wiener Bäckerei) und in eben dieser soll das Baguette das erste Mal in der heutigen Form entstanden sein. Hergestellt wurde es damals mit Bierhefe und gebacken wurde es in einem Dampfofen, der ihm die spezielle Konsistenz verlieh. Helle Brote waren damals von der Steuer befreit. Zusätzlich konnten durch das Weglassen der Milch die Kosten für die Produktion des Baguettes stark gesenkt werden. So avancierte es sehr schnell zum Alltagsbrot der arbeitenden, französischen Bevölkerung.

Durch die Armut und den Hunger im ersten und zweiten Weltkrieg an Bedeutung zurückgedrängt, entwickelte sich das Baguette aber in der Nachkriegszeit zum absoluten Lieblingsbrot aller Franzosen.

Heute ist Gewicht und Form des Baguettes strikt festgelegt. Es muss zwischen 55 und 65 cm lang sein und eine Dicke von 6-8 cm aufweisen. Das Gewicht liegt laut französischer Gesetzgebung bei rund 250 g. Hergestellt wird es ausschließlich aus Weizenmehl, Hefe, Salz und Wasser.

Zeit und die richtigen Rohstoffe machen das Stangenweißbrot erst zum Baguette

Richtig gutes Baguette braucht viel Zeit, bis es letztendlich in den Regalen der französischen Boulangerien liegt. Französische Bäcker schwören auf die Langzeitführung. Und so vergehen zwischen dem Kneten des Teiges und dem Backen leicht 24 Stunden.

Ein weiteres Geheimnis des original französischen Baguettes liegt im Mehl. Die richtige Auswahl des Mehls ist für das Endergebnis ein entscheidender Faktor. Der Bäcker in Frankreich verwendet dafür nur echtes französisches Mehl T 65. Denn nur so gelingt das Lieblingsbrot der Franzosen, so wie es sein soll: außen superknusprig und innen schön großporig.

Doch auch am Baguette ging die Massenproduktion von Brot nicht spurlos vorbei. Als Antwort auf die Billigware im Supermarkt bieten die traditionellen Bäckereien ihr Baguette als „Baguette de tradition francaise“ an. Damit ist auch garantiert, dass die Bäcker ihren Teig selber herstellen, ohne jegliche Zugabe von Zusatzstoffen und chemischen Gärmitteln. Seit 1994 wird in Paris jährlich der beste Baguette-Bäcker gekürt, der daraufhin die Ehre hat, ein Jahr lang den Elysee-Palast mit seinem Baguette zu beliefern.

In Frankreich werden jedes Jahr zehn Milliarden Baguettes gegessen, davon werden drei Viertel von Hand gefertigt. Am besten schmeckt Baguette übrigens ganz frisch oder 2-3 Stunden, nachdem es aus dem Ofen kommt.

Doch Sie müssen nicht nach Frankreich reisen, um erstklassigen Baguette-Genuss zu erleben. Probieren Sie bei Hager unser neues Steinofen-Baguette, das auch langzeitgeführt ist und mehrmals täglich frisch gebacken wird, und machen Sie es wie die Franzosen: Einkaufen und gleich genießen. Denn frisch schmeckt Baguette am allerbesten!

Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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