Welttag des Brotes – Brot ist mehr als ein Grundnahrungsmittel

Welttag des Brotes – Brot ist mehr als ein Grundnahrungsmittel

Am 16.10. ist internationaler Welttag des Brotes. Seit 2006 wird dieser vom Weltverband der Bäcker gefeiert, mit dem Hintergrund auf die Bedeutung von Brot als Grundnahrungsmittel hinzuweisen. Brot hat aber nicht nur als Lebensmittel Bedeutung. In Geschichte, Kultur und Politik finden sich laufend Hinweise ähnlich wie Brotkrumen, die auf die Bedeutung von Brot in vielen Lebensbereichen hinweisen. Einige dieser Brotkrumen haben wir herausgepickt und für Sie hier zusammengefasst:

Brot in der heutigen Form gibt es bereits seit den alten Ägyptern, also schon mehr als 6000 Jahre. Über Israel, Griechenland und die Römer gelangte das Wissen um die Kunst des Brotbackens schließlich bis zu uns nach Mitteleuropa. („Kleine Brotgeschichte“), wobei auf dem Weg hierher, laufend neue Techniken und Vereinfachungen erfunden wurden.

Die wichtigsten Gründe warum Brot so einen Siegeszug hinlegen konnte waren:

  • das außerordentlich gute Sättigungsvermögen,
  • die im Getreide und damit Brot enthaltenen Nährstoffe,
  • die durch die verschiedenen Techniken optimale Ausnutzung der Nährstoffe,
  • die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten.

Kein Wunder, dass Brot nicht nur als Lebensmittel Furore machte, sondern in Religion, Kultur und Brauchtümern, ja sogar bis in die Politik hinein eine Rolle spielte.

„Unser tägliches Brot gib‘ uns heute“

Brot schaffte es mit diesem Satz auf die Bestsellerliste der christlichen Begriffe und kein anderer Satz ist auch Nicht-Gläubigen bei Brot wohl so geläufig. Bereits zur Zeit der alten Griechen und Römer war Brot ein Symbol der Götter und der Name „Cerealien“ stammt von keiner geringeren als von Göttin „Ceres“ ab – der römischen Göttin für Ackerbau und Fruchtbarkeit. Das „Brot des Lebens“ ist ebenfalls keine Erfindung der Christen. Auch hier waren es bereits die Griechen, die an das Brot „Ambrosia“ glaubten, das angeblich Unsterblichkeit verleihen sollte.

Wen wundert es also, dass daher früher zu religiösen Festen spezielle Brote gebacken wurden. Ein Brauch, der sich bis heute hält, nur wurde vergessen, warum wir zu Allerheiligen den Allerheiligen-Striezel essen oder zu Ostern den Osterstriezel. Wissen Sie zum Beispiel, dass der Christstollen das in Windeln gewickelte Christuskind darstellen soll? Der Allerheiligen-Striezel wiederum erinnert daran, dass sich früher als Zeichen der Trauer die Frauen den Zopf abgeschnitten haben, wenn ihr Ehemann verstorben war und diesen ins Grab gelegt haben (Lesen Sie mehr darüber in unserem Beitrag: „Woher der Allerheiligenstriezel seinen Namen hat“).

Brot und Salz – Gott erhalt‘s

Bis heute gehalten hat sich der Brauch neuen Nachbarn zum Einzug Brot und Salz mitzunehmen. Einerseits wird mit dieser Gabe auch der Wunsch nach Gemeinschaft vermittelt, andererseits soll das vor Bösem bewahren. Brot stellt dabei das Lebensnotwendige dar und Salz steht für die Würze des Lebens.

Brotlose Kunst

Musik, Malerei, Schauspielerei und andere Künste, die zwar schön sind und alleine dadurch Berechtigung haben, ihren Künstler aber nicht ernähren können, ist heute so wie früher ein Thema.

In der Literatur findet sich Brot in manchen Märchen wie in Hänsel und Gretel und der Spur aus Brotkrümel, der Schriftsteller Borchert wiederum nannte einen ganzen Roman „Das Brot“, in dem er die Bedeutung von Brot in den Hungerjahren des Krieges zum Thema macht. Und auch in der bildenden Kunst fand Brot Einzug – ganz berühmt hier „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci.

In der Malerei hatte Brot übrigens lange die praktische Funktion eines Radiergummis. Die Krume von Weißbrot diente früher zum Ausradieren von Bleistiftstrichen.

Brot und Spiele

Mit Brot und Spielen die Bevölkerung bei Laune zu halten, war schon bei den alten Römern üblich. Cäsar sicherte sich so die Stimmen bei Wahlen, indem er an die Bevölkerung günstiges Getreide verteilte und prächtige Spiele veranstaltete. Ein Instrument der Politik, das sich doch auch bis heute in etwas veränderter Form gehalten hat.

Auch in vielen Redewendungen ist Brot heute noch allgegenwärtig wie „sich die eigenen Brötchen verdienen“ oder „sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“ oder auch „kleinere Brötchen backen müssen“.

Der 113. Tag des Brotes

Die Bäckerei Hager begeht übrigens dieses Jahr schon den 113. Tag des Brotes – seit ihrem Bestehen im Jahre 1907. Vielleicht fällt Ihnen beim nächsten Biss in eines der knusprigen Hager-Brote auch noch eine dieser Brotkrumen ein. Lassen Sie es uns wissen und sich schmecken!

Dr. Astrid Laimighofer ist Ernährungswissenschafterin und schreibt in regelmäßigen Abständen für unseren Brotblog.

Dr. Astrid Laimighofer
Ernährungswissenschafterin & Buchautorin
0699/1000 80 85
astrid@laimighofer.at
www.gesundberaten.co.at

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